Dilpoda  Isopoden und die Neue Technologie

Zeitraffer Film „Dilpoda

Filmdauer: 7 min. 13 sec. DVD-Pal 4:3 © März 2012 Produziert von Juliane Leitner; Musik von Istvan Szabo

Material: lebende Isopoden (Asseln); UV-Körpermalfarbe;
weiße Acrylfarbe; Schwarzlichtleuchte;
Sony Cybershot DSC-R1; Digitale Mikroskopkamera;

 

Der Zeitrafferfilm „Dilpoda“ besteht aus insgesamt 2361 Einzelbildern.

Pro Sekunde wurde ein Bild mit der Sony Cybershot DSC-R1 und der
digitalen Mikroskopkamera aufgenommen. Danach wurden die Bilder im
Adobe After Effects zu einem 7min. 13 sec. langen Film zusammengefügt
und mit der elektronischen Musik von Istvan Szabo hinterlegt. 

 

Namensgebung:
Der Name „Dilpoda“ setzt sich aus der Abkürzung DIL, die englische
Bezeichnung für „Dual in-line Package“ (zu Deutsch, „zweireihiges Gehäuse“) und der lateinischen Bezeichnung „Isopoda“ (zu Deutsch, „Asseln“) zusammen. Die länglichen DIL-Gehäuse dienen als Fassung elektronischer Bauteile und werden per Drucksteckmontage auf dem Motherboard fixiert. Die Bauweise dieser Gehäuse erinnert durch ihre parallel zueinander laufenden Anschlussstifte, an Insekten, Krebstiere und Tausendfüßler. 

 

Filmbeschreibung:
Der Zeitrafferfilm „Dilpoda“ zeigt ein Motherboard, das von lebenden
Isopoden (Asseln) besiedelt wird. Die speziellen Lichtverhältnisse einer Schwarzlichtleuchte lassen die mit UV-Farbe bemalten Asseln immer wieder als helle Lichtpunkte im Film aufscheinen, sodass das Motherboard einer in der Nacht beleuchteten Großstadt gleicht, in deren Straßen die Fahrzeuge hin und her rasen. Der Betrachter/Die Betrachterin kann durch den häufigen Wechsel der Kameraperspektiven in die Rolle der Isopoden schlüpfen und die technoide Architektur eines Motherboards genauer begutachten und durchwandern. „Dilpoda“ erscheint phantastisch, dennoch ist das Geschehen auf dem technoiden Lebensraum real und konnte nur Aufgrund technischer Voraussetzungen und Möglichkeiten dokumentiert werden. Eine Wechselwirkung zwischen Natur und Technik lässt sich erkennen. Um die Natur zu erforschen sind wir von technischen Mitteln abhängig, Technik wiederum beeinflusst und verändert die Natur.
Was würde passieren, wenn Organismen die Daten unserer technischen
Geräte nutzen könnten? Würde dadurch eine neue Lebensform entstehen?
Die pulsierende Filmmusik dient zur Verstärkung der Assoziation mit der
Großstadt beziehungsweise zur Datenverarbeitung und bringt die Ästhetik
der Computerspiele der Achtziger- und Neunzigerjahre mit ins Spiel.

Dilpoda     isopods and new technology

Time-lapse film „Dilpoda“ 

duration: 7 min. 13 sec. DVD-Pal 4:3
© March 2012 Produced by Juliane Leitner; Music by Istvan Szabo


Material: live Isopods; UV body paint; white acrylic colour; black light; Sony Cybershot DSC-R1; digital microscopic camera;


The time-lapse film „Dilpoda“ consists of 2361 frames.
Each second a still was taken using a Sony Cybershot DSC-R1 and a digital microscopic camera. In post production with Adobe After Effects the stills were assembled to a film of 7 minutes and 13 seconds duration and cut to electronic music by Istvan Szabo.


Nomenclature:
„Dilpoda“ is an artificial term composed of the technical abbreviation DIL (Dual in-line Package) and the Latin term „Isopoda“ (woodlouse).
The oblong DIL packages house electronic components and feature a set of pins through which they are fixated in their sockets on a computer main board. It are those pins that, running in parallel along the housing, makes one think of insects, crustaceans and centipedes.


Description:
The time-lapse film „Dilpoda“ features live Isopods settling on a computer main board. As the creatures are coloured by UV paint and are illuminated by black light the scene evokes images of life in a big city at night with busy streets and speeding cars. The camera imposes on the observer the bugs‘ perspective while travelling through the tecnoid architecture that makes up the main board. „Dilpoda“ seems like a fantastic fantasy, nevertheless the action is real an could only have been documented through modern imaging technologies – thereby emphasizing the interplay between Nature and Technology. To study natures‘ secrets we are relying on modern technology, at the same time technology allows us to control and change our environment. What would happen if non-human organisms would gain access to our cumulated knowledge – would we witness the birth of a new life form? The pulsating score emphasizes associations with both big city life and 90s computer game aesthetics. 

Ein herzliches Dankeschön an: (Thanks to:)

Univ.-Prof. Dipl.des. Frank Louis, A.Univ.-Prof. Mag.art. Maria Baumgartner, A.Univ.-Prof. Mag.art. Ingrid Smolle, Univ.-Prof. Mag.art. Gilbert Bretterbauer, A.Univ.-Prof. Mag.art. Johannes Wegerbauer, Univ.-Ass. Mag.art. Magarete Geffke, Mag.art. Frank Geffke, M.A. Christa Geiselhofer, Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Fuchs, Univ.Prof.Dr. Christa Sommerer, Dr. Erna Aescht, dem Elektromusikkünstler Istvan Szabo, Mag.art Alina Sauter, Reinhard Eisl, Mag.art Eva Daxl, Michaela Obermayer, Maria Seidl, Christine Leitner, Florian Wanninger, Stefan Schwarzmair, Jürgen Breitenbaumer, dem gesamten Ars Electronica Center und ein liebevolles Dankeschön an die gesamte Familie Leitner und Familie Bichler!